Jedes Jahr das selbe Spiel! Gute Vorsätze fürs neue Jahr gehören für mich dazu wie Bleigießen am Silvesterabend und den Berliner um Mitternacht. Ob es die Anmeldung zum Spanisch Kurs ist oder die morgendlichen Joggingrunde, die mich von nun an in den Tag begleiten sollen, der Verzicht auf Alkohol oder Süßes oder das Versprechen an mich selbst, von nun sehr achtsam mit mir umzugehen und mich nie, nie, nie wieder zu stressen. Warum sind von all den guten Vorsätzen schon nach wenigen Wochen nur noch schwache Erinnerungsfetzen vorhanden, die mich ab und zu daran erinnern, dass da ja mal am Anfang des Jahres etwas war. Warum nur werde ich immer wieder schwach und halte mich nie an alle die ganzen guten Vorsätze? Ganz offensichtlich, weil ich mir immer viel zu viel vorzunehmen.

Zum Beispiel beim Sport: Da möchte ich ganz schnell top Ergebnisse sehen. In spätestens vier Wochen sollen die Oberschenkel straff, die Kondition gigantisch sein. Sonst ist es die Mühe nicht wert. Außerdem neige ich dazu, mich in einer Art Selbstbestrafung für jahrelange Faulheit zu kasteien: Ab jetzt wird täglich eine Stunde gelaufen. Inklusive Wochenende. Basta. Klingt gut und funktioniert nie.  

Was also tun, um gute Vorsätze und ihre Durchführung nicht nur zu denken, sondern auch Taten folgen zu lassen. Ich finde, ein Kompromiss ist eine gute Lösung: Statt jeden Tag zu laufen, erlaube ich mir, nur dreimal die Woche joggen zugehen. Statt des vierstündigen Sprach-Intensivkurses tut es auch der weniger anspruchsvolle Anfängerkurs, nach dem noch Zeit für einen (halben) Weißwein in der Lieblingsbar bleibt. Mit solchen Kompromissen erlebe ich dann vielleicht doch bald den Triumph, zum ersten Mal im Leben einen guten Vorsatz langfristig durchgehalten zu haben. 

 

Pin It on Pinterest